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Herzogsägmühle
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Dass Menschen mit geistiger Behinderung herausragende Fähigkeiten haben können, die oftmals auch über die Fähigkeiten normal begabter und gesunder Menschen hinausgehen, ist im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit nicht ausreichend verankert. Um so wichtiger ist es, jede Chance dazu zu nutzen: Den Blick der Umwelt auf Menschen mit geistiger Behinderung zu verändern und sie mehr und mehr ganz selbstverständlich als Menschen mit Einschränkungen, aber eben auch mit Ressourcen, Begabungen und Talenten verstehen zu lernen, ist Aufgabe zeitgemäßer sozialer Arbeit.
Konrad Müller hat, wovon viele Kunstschaffende träumen: Er hat seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Ausdruck gefunden. So wie Kunstliebhaberinnen und -liebhaber eigentlich sofort einen van Gogh erkennen („ach, das ist doch der mit den dicken Pinselstrichen, die wie Wollfäden ausssehen….“) – so erkennt man sofort und unzweifelhaft einen echten Momllek. Seine rhythmisierten Piktogramme sprechen eine ganz eigene Bildersprache. Der Peitinger Künstler Peter Mayr erkannte diese Eigenständigkeit in ihrer Kraft als erster.
Die Lebensumgebung von Konrad Müller erleichterte es ihm, seiner Begabung den ihr angemessenen Raum zu geben: Die Förderung im Freizeitbereich seines Wohnheims und jetzt in der Lekos-Altentagesstätte in Herzogsägmühle boten den Rahmen, in dem Konrad Müller seine Lebenswelt auf der Folie seines künstlerischen Naturtalents zeichnerisch verarbeiten kann. So ist unsere Welt bereichert durch einen wertvollen Menschen mit wertvollen Bildern – ein Ebenbild Gottes, an dem er sicher seine Freude hat!
Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie davon etwas hindurchspüren beim Eintauchen in die Bilderwelt von Momllek!
Ihr W.Knorr
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Vita Konrad Müller / Momllek
Konrad Müller wurde am 13. Dezember 1940 in Mammendorf geboren. Er kam mit einer angeborenen Hirnschädigung zur Welt. Bis zu seiner Einschulung wuchs er mit mehreren Geschwistern auf dem Bauernhof seiner Eltern in Mammendorf auf. Nach vier Jahren in der Volksschule musste Konrad Müller aufgrund seiner geistigen Behinderung in eine Sonderschule für Menschen mit Behinderung nach Feldafing wechseln. Diese Schule und das zugehörige Internat wurden von Nonnen geführt – für Konrad Müller wurde diese Zeit zu einem prägenden Kapitel seines Lebens. So antwortet er auf die Frage, wo er das Zeichnen von Bildern lernte, mit dem Satz „Des hab i in Feldafing g’lernt“. Nach der Schulzeit hat Konrad Müller lange Jahre in der elterlichen Landwirtschaft als Helfer mitgearbeitet. Nach Übergabe des elterlichen Hofes an einen seiner Brüder und aufgrund nicht lösbarer Differenzen innerhalb der Familie musste für Konrad Müller eine neue Heimat gesucht werden.
Auf Vorschlag eines Psychologen kam Konrad Müller am 12. März 1979 nach Herzogsägmühle. Seit dieser Zeit ist der Tannenhof seine Heimat, wo er auch heute lebt. Vom 27. März 1979 bis zum 28. Februar 2006 arbeitete Konrad Müller in verschiedenen Arbeitsgruppen der Herzogsägmühler Werkstätten. Dort hat er auch das Zeichnen im Rahmen einer kreativen Gruppe von Beschäftigten intensiviert.
Die nachfolgenden Bilder sind auf Klick vergrößerbar: (Impressionen erster Ausstellungen finden Sie hier)
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