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Ort zum Leben


Menschen mit Suchterkrankung

Zufriedene Abstinenz

 




Haus Obland

Haus Obland ist eine sozialtherapeutische Übergangseinrichtung für Frauen und Männer, deren Abhängigkeit vom Alkohol oder von Medikamenten ihre Fähigkeit zur Eingliederung in die Gesellschaft beeinträchtigt und die vorübergehend ganzheitliche Hilfe für ein Leben in Abstinenz und Selbständigkeit benötigen.

Die Arbeit der Einrichtung will die Teilhabe der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden am Leben  durch die Förderung ihrer Beziehungen zu sich (Selbstkompetenz), zu anderen (soziale Kompetenz) und zu Gott (Gottvertrauen) verbessern.

Haus Obland liegt auf einer Anhöhe in der landschaftlich reizvollen Umgebung des oberbayerischen Voralpenlandes und ist Teil der Ortschaft Herzogsägmühle. Das Haus bietet 32 Therapieplätze, vorwiegend in Einzelzimmern.

Von den 32 Aufnahmemöglichkeiten werden zwölf als "Rehabilitationseinrichtung zur Adaption alkohol- und medikamentenabhängiger Frauen und Männer" auf der Grundlage des Vertrages mit der Deutschen Rentenversicherung Oberbayern geführt.

Aufnahmevoraussetzungen

Aufgenommen werden kann

  • wer nach einer klinischen Entgiftungs- oder Entzugsbehandlung einer zusätzlichen Stabilisierung der im Krankenhaus begonnenen Abstinenz durch weiterführende Rehabilitationsmaßnahmen bedarf
  • wer nach einer Langzeittherapie in einer Fachklinik für Suchtkranke noch Nachsorge und Übergangsbetreuung braucht
  • wer eine Langzeittherapie in einem Fachkrankenhaus beantragt hat und sich als Kuranwärter gefährdet fühlt
  • wer von sozialem Abstieg oder Obdachlosigkeit bedroht ist oder bereits obdachlos war und aus der Einsicht, abhängig zu sein, freiwillig an einer Veränderung seiner Lebenssituation arbeiten will.

Therapieziele

  • Alltagsbewältigung in zufriedener Abstinenz
  • körperliche Gesundung
  • gesundheitsbewusste Lebensführung
  • soziale Integration
  • vorbereitende berufliche Rehabilitation

Therapiekonzept

Die sozialtherapeutische Langzeitbehandung ist orientiert am Aufbau einer stabilen, vertrauensvollen, therapeutischen Beziehung, mit deren Hilfe die individuellen Problembereiche bearbeitet werden können. Die Behandlungsangebote werden im Rahmen von Gruppentherapie und ergänzenden Einzelgesprächen durchgeführt. Gearbeitet wird an der Motivation und Krankheitsbewältigung, der Beziehungs- und Konfliktfähigkeit, der Stärkung des Selbstwertgefühls und der Erhöhung der Fustrationstoleranz. Rückfallvorbeugende Strategien und neue Lebensperspektiven werden entwickelt und berufliche Rehabilitation bei entsprechender Eignung vorbereitet.

Das Therapiekonzept ist als Stufenprogramm aufgebaut. Es führt von relativ starker Kontrolle und Fremdbestimmung zu immer mehr Selbständigkeit und Eigenverantwortung:

  • In der ersten Stufe geht es vor allem um die Vermittlung von "Angenommensein", dazu kommen leichte Anforderungen in der Arbeits- und Beschäftigungstherapie und regelmäßige therapeutische Einzel- und Gruppengespräche.
  • In der zweiten Stufe ist die Arbeitstherapie leistungsorientierter: Qualität und Quantität der Arbeit, Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit werden trainiert. Arbeitsbereiche sind: Garten, Holzwerkstatt, Hausreinigung und -instandhaltung, Hauswirtschaft und Küche, sowie Kreativwerkstatt.
    Auch diese Stufe wird von intensiver Einzel- und Gruppenarbeit begleitet.
  • In der dritten Stufe werden berufliche Möglichkeiten abgeklärt und eine berufliche Rehabilitation vorbereitet. In den Herzogsägmühler Fach- und Ausbildungsbetrieben (derzeit 41 Berufsabschlüsse) sind berufsfördernde Maßnahmen möglich, auch eine Integration in die Betriebe des allgemeinen Arbeitsmarktes in der Umgebung kann bei entsprechender Eignung versucht werden. Sollte eine Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr oder noch nicht möglich sein, bietet Herzogsägmühle durch die eigene Selbsthilfefirma und die Werkstatt für Menschen mit Behinderung Arbeitsmöglichkeiten auf dem "beschützten" Arbeitsmarkt. Die weitere sozialtherapeutische Begleitung ist selbstverständlich, dazu werden der Auszug aus dem Haus Obland vorbereitet und alle damit zusammenhängenden Fragen geklärt.

Das Mitarbeiterteam, Sozialtherapeuten und -pädagogen, Arbeitserzieher, Psychologen, begleitet von einem Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, erarbeitet mit jedem Rehabilitanden einen individuellen Rehabilitationsplan, der im Rahmen des Gesamtplanverfahrens der Bezirke entsprechend dokumentiert und fortgeschrieben wird. Der Hausarzt kann frei gewählt werden.

Adaptionsbehandlung

Die Adaptionsbehandlung im Auftrag der Rentenversicherungsträger dauert bis zu drei Monate, kann in Ausnahmefällen auf maximal sechs Monate verlängert werden und endet spätestens sechs Wochen nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit.
Bei Bedarf ist anschließend "Betreutes Wohnen" in Herzogsägmühle oder in Orten der Umgebung möglich.

Nachgehende Begleitung

Der Aufenthalt im Haus Obland ist ansonsten grundsätzlich bis zu zwei Jahren möglich. Danach sollte die berufliche oder soziale Eingliederung in andere Orte erreicht sein. Diesen Schritt erleichtern Selbsthilfe- und Abstinenzgruppen in der näheren Umgebung wie Anonyme Alkoholiker oder Gruppen in der Verantwortung unserer Psychosozialen Beratungsstellen in Weilheim, Schongau und Penzberg.

Kosten

Haus Obland ist vorrangig eine Übergangseinrichtung gemäß §§ 53 ff SGB XII. Für die Finanzierung ist deshalb in der Regel die Sozialhilfe zuständig.

Der Kostenträger der Adaptionsbehandlung ist der Träger der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung. Vor jeder Aufnahme sollte die Kostenfrage geklärt sein. Der Mitarbeiter der Aufnahme ist dabei gerne behilflich.

Das Wohnheim Haus Osterwald bei Böbing bietet 25 Männern eine Heimat, die auf Dauer auf Alkohol verzichten wollen und aufgrund von Folgeschäden durch den Suchtmittelmissbrauch nicht mehr in der Lage sind, ihr Leben selbständig zu führen.
Sozialpädagogische Einzel- und Gruppengespräche und psychlogische Betreuung sollen jedem helfen, auf Dauer abstinent zu leben.

Betreutes Einzelwohnen oder Therapeutische Wohngemeinschaft

Wer nach der Übergangsbehandlung in Haus Obland lebenspraktisch selbständig ist, aber für ein eigenverantwortliches, suchtfreies Leben noch weiterführende Begleitung benötigt, hat die Möglichkeit, sich in einer eigenen Wohnung oder in unserer Wohngemeinschaft sozialpädagogisch unterstützen zu lassen.

Tagesstruktur beziehungsweise Arbeits- und Beschäftigungstherapie

Es werden 32 Plätze für tagesstrukturierende Beschäftigung angeboten. Für die Hilfeberechtigten in der Übergangseinrichtung ist dieses Angebot verpflichtend.

 

Möglichkeiten zur ehrenamtlichen Mitarbeit

Jede fachliche Arbeit mit Menschen mit Suchtproblemen erfährt durch Ehrenamtliche eine wesentliche Bereicherung.
Sie können Betroffenen und uns helfen

  • durch die Teilnahme an Abstinenzgruppen im Umfeld
  • durch Patenschaften für Rehabilitandinnen und Rehabilitanden des Hauses Obland und des Hauses Osterwald (auch im Rahmen einer "Betreuung")
  • durch das Eintreten gegen Suchtgefahren in Ihrem Betrieb und Bekanntenkreis
  • durch die Bereitschaft, sich als freiwillige Suchtkrankenhelfer ausbilden zu lassen.

Auf Ihr Interesse an einem Engagement freuen wir uns.

 

Information, Beratung:

Fachbereichsleiter Menschen mit seelischer Erkrankung und Menschen mit Suchterkrankung
Michael Bräuning-Edelmann

Telefon: 0 88 61  219-301 (Sekretariat)

Telefax: 0 88 61  219-43 25

Teilbereichsleiter Wohnen für Menschen mit Suchterkrankung
Jürgen Walk

Telefon: 0 88 61  219-365

Telefax: 0 88 61  219-43 26

e-mail: juergen.walk@herzogsaegmuehle.de

Aufnahme und Kostenklärung
Helmut Konrad

Telefon: 0 88 61  219-602

Telefax: 0 88 61  219-43 26

e-mail: helmut.konrad@herzogsaegmuehle.de

 

HERZOGSÄGMÜHLE
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Herzogsägmühle versteht sich als

ORT ZUM LEBEN

und wird getragen vom Verein "Innere Mission München - Diakonie in München und Oberbayern e.V.".
Im Rahmen einer offenen Dorfgemeinschaft erfahren Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Problemen, Krankheit oder Behinderung Hilfen zur persönlichen, sozialen und beruflichen Entwicklung oder Heimat und Pflege im Alter.
Daneben bietet Herzogsägmühle Beratungsdienste, Tagesstätten, Arbeitsmöglichkeiten und Wohnungen in Orten der Umgebung an.

Spendenkonto:
HypoVereinsbank Weilheim (BLZ 703 211 94)
Konto Nr. 4 799 500

 
 

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Flyer zum Download (pdf 619 KB)