Adventsbrief 2016

Gott spricht:

 

Ich schenke Euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in Euch.

 

Hesekiel 36,26

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Herzogsägmühlerinnen und Herzogsägmühler!

Was 1967 noch eine weltweit beachtete Sensation war, nämlich die erste Herztransplantation von Christian Barnard in Kapstadt (auch wenn der Patient aufgrund einer Lungenentzündung diese nur 18 Tage überlebte), ist heute nahezu ein Routineeingriff. Knapp 4000 Herztransplantationen weltweit pro Jahr verzeichnet wikipedia. Ich vermute, die von Gott eingeleiteten Transplantationen sind nicht mitgezählt. Aber genau davon erzählt Hesekiel: Ich will das steinerne Herz von Euch nehmen und ein fleischernes Herz einpflanzen, spricht Gott. Ein fleischernes Herz empfindet Mitgefühl mit Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns. Es öffnet sich für die Not des Anderen, und zwar egal, ob er hellhäutig oder dunkelhäutig sei, ob verschleiert oder mit Kopftuch, ob christlichen, hinduistischen oder muslimischen Glaubens.

Menschen mit fleischernen Herzen leiden unter Menschen mit steinernen Herzen. Ein steinernes Herz braucht man, wenn man Lager vor den Toren Europas als Problemlösung betrachtet. Ein steinernes Herz braucht man, wenn man Angst vor dem Teilen hat, Barmherzigkeit als Naivität diskreditiert und die Sprache des Hasses, der Ausgrenzung und Abwertung als Normalität hinnimmt. Wir erleben, dass Menschen mit der Fähigkeit zum Mitleiden auch die Fähigkeit zum Helfen, zur Zuwendung, zum ehrenamtlichen Engagement entwickeln. Unisono berichten diese Helferinnen und Helfer, dass ihr Leben reicher wird, nicht ärmer, durch diese Zuwendung. Trotzdem schaffen es diese Vielen nicht, dass alle Hartherzigen umdenken, aufgeweicht werden, sich wieder sensibilisieren lassen. Offenbar braucht es da auch 2017 wieder, wie 600 Jahre vor Christus, den chirurgischen Eingriff Gottes.

Die Jahreslosung spricht auch von einem neuen Geist. Es geht also nicht nur um Sentimentalität und Gefühlsduselei von blauäugigen, wenngleich auch weichherzigen Gutmenschen, sondern auch um Klugheit, Klarheit des Geistes. Ein neuer Geist, auf welche Gedanken würde der uns bringen? Vielleicht dass wir endlich ernst machen sollten mit der Bekämpfung von Armut, weltweit und in unserem Land? Braucht es nicht einen neuen Geist, wenn 62 Menschen weltweit über so viel Vermögen verfügen wie die ärmere Hälfte der Erdbevölkerung? Würde ein neuer Geist weiterhin dazu schweigen, dass die Zahl der Nutzer der "Tafeln" (also der Armenspeisung) deutschlandweit ständig zunimmt? Käme ein neuer Geist auf eine Idee, wie wir der Verfestigung von Bildungsferne in unserem Land endlich Einhalt gebieten können? Und welche geistreichen Verantwortlichen auf unserem schönen, wunderbaren Globus schaffen tatsächlich die Begrenzung des Temperaturanstiegs, die Verringerung schädlicher Treibhausgase und die Abwendung der Katastrophen, die der Klimawandel hervorruft?

Hesekiel spricht vom Handeln Gottes. Er sagt nicht: Gott denkt darüber nach, ob er eventuell möglicherweise vielleicht ein neues Herz und einen neuen Geist schenkt, sondern dass er das tut. Damals galt die Zusage dem Volk Israel – dürfen wir glauben und hoffen, dass die Zusage heute auch uns gilt, die wir uns oft genug und wiederholt als Menschen mit steinernem Herzen und einem kleinmütigen, kurzsichtigen und egozentrischen Geist erweisen?

Meinem Herzen und meinem Geist tut das Vertrauen gut, dass Gott auch mich meint mit seiner Zusage. Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihr fleischernes, mitfühlendes Herz behalten und sich nicht irre machen lassen von dieser Welt, in der der Geist Gottes nicht immer sichtbar zu sein scheint.

Zum Abschluss dieses Adventsbriefes schreibe ich Ihnen noch eine wahre Anekdote: In meinem Wordprogramm auf meinem PC habe ich die Autokorrekturfunktion so eingestellt, dass auf die Tastenkombination "Herz" und Leertaste Herzogsägmühle erscheint. Das erleichtert mir es, den schönen, aber langen Namen unseres Ortes in Briefe, Vorträge und Artikel einzubauen. Soll man aber über die Jahreslosung schreiben, ist das geradezu lästig, denn immer, wenn ich über das Herz nachdenken will, schreibt Word Herzogsägmühle. Ich wollte die Autokorrektur schon verärgert ausschalten, bis ich plötzlich dachte – nein, das lasse ich lieber, es ist genau richtig so. Die logische Ergänzung von Herz ist Herzogsägmühle – so erlebe ich unser Diakoniedorf, in dem Lebensqualität, Zuwendung, Teilhabe und Menschlichkeit groß geschrieben werden – wo alle ihr Zuhause finden können, mit welcher Vorgeschichte, welchen Einschränkungen und welcher Herkunft auch immer sie zu uns kommen. Danke, dass Sie das mit Ihrem Mithelfen, mit Ihren Spenden, mit Ihren Gebeten und mit Ihrem Engagement möglich machen!

Eine gesegnete Adventszeit!

Mit herzlichen Grüßen aus Herzogsägmühle

Ihr Wilfried Knorr

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