Eingangsverfahren und Berufsbildungsmaßnahme

Der Beginn der Maßnahme ist ein Eingangsverfahren mit in der Regel drei Monaten. Daran anschließend ist es Frauen und Männern mit Handicap in bis zu zwei Jahren möglich, sich im Rahmen der Berufsbildungsmaßnahme auf ihr Berufsleben vorzubereiten. Man kann sich beruflich (neu) orientieren, lernt über Praktika verschiedene Berufsfelder und Fertigungsbereiche kennen und vertieft anschließend in der gewünschten Fachrichtung.

Zusätzlich gibt es ein breites Angebot an Bildungs- und Begleitangeboten für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung, sowie individuelle pädagogische Unterstützung.

Ziel der Berufsbildungsmaßnahme ist, den passenden Arbeitsplatz zu finden.

 

Berufsbildungsmaßnahme in einem speziellen Berufsbildungsbereich

Frauen und Männer mit einer psychischen Erkrankung können sich im "Berufsbildungsbereich p" auf ihr Berufsleben vorbereiten. Auf die beruflichen Vorerfahrungen aufbauend, können sie sich in drei verschiedenen Werkstätten in kleinen Gruppen beruflich orientieren, Basisqualifikationen wie Ausdauer und psychische Belastbarkeit trainieren und in der gewünschten Fachrichtung vertiefen. Von hier wechseln sie bei entsprechenden Voraussetzungen und nach Erprobung über Praktika in Arbeitsgruppen der Werkstatt, Betrieben in und außerhalb von Herzogsägmühle oder auch in weiterführende Rehabilitationsmaßnahmen.

 

Berufsbildungsmaßnahme in Arbeitsgruppen der Herzogsägmühler Werkstätten

Im Anschluss an die Werkstufe der Förderschule oder mit entsprechenden beruflichen Vorerfahrungen können sie in einer der über 25 Arbeitsgruppen der Herzogsägmühler Werkstätten die Berufsbildungsmaßnahme starten. Im ersten Jahr lernen sie über Praktika auch weitere Arbeitsgruppen und Fertigungsbereiche kennen und vertiefen anschließend in der gewünschten Fachrichtung.

Die Berufsbildungsmaßname bietet dabei eine Vorbereitung auf eine Tätigkeit im "Arbeitsbereich" der Werkstätten oder für eine weiterführende berufliche Rehabilitation, wie Ausbildung oder Arbeit in einem anderen Betrieb.

 

Berufsbildungsmaßnahmen in Betrieben von Herzogsägmühle

Insbesondere bei speziellen beruflichen Vorerfahrungen oder (wieder) erlangter Ausbildungsfähigkeit kann man sich auch in den Fach- und Ausbildungsbetrieben von Herzogsägmühle erproben. Dabei stehen eine Auswahl von über 50 Ausbildungsberufen zur Verfügung, sowie spezielle Arbeitsplätze in Berufsfeldern, die innerhalb der Werkstätten nicht abgebildet sind.

  

Berufsbildungsmaßnahme auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt

Und auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt können sie sich während der Berufsbildungsmaßnahme erproben und diese dort weiterführen. In Zusammenarbeit mit "Arbeit Zentral" und begleitet vom Qualifizierungsbeauftragten der Werkstätten werden entsprechende Praktika in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes vorbereitet und begleitet. Neben dem Ziel eines sozialversicherungspflichtigen Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses kann hier auch ein "ausgelagerter Arbeitsplatz" angestrebt werden.

 

Anleitung und pädagogische Begleitung

Die Anleitung findet durch Fachkräfte (Arbeitserzieher, Heilerziehungspfleger und Mitarbeiter mit sonderpäda-gogischer Zusatzqualifikation) statt. Begleitet werden sie von einem/einer Sozialpädagogen/in und wenn erwünscht durch den psychologischen Fachdienst.

Während der Maßnahme findet eine kontinuierliche Bildungsbegleitung statt, deren Inhalte im Qualitätsmanagementsystem (nach DIN ISO 9001 und AZAV) eingebunden sind.

Bei erfolgreichem Abschluss der Berufsbildungsmaßnahme erhalten Sie ein aussagekräftiges Zertifikat.

 

Vergütungsformen während der Maßnahme

Ausbildungsgeld (wenn kein Anspruch auf Übergangsgeld besteht) – im Eingangsverfahren und im ersten Jahr Berufsbildungsmaßnahme 67,00 €/Monat und im zweiten Jahr 80,00 €/Monat.

Übergangsgeld – für Personen, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bereits Versicherungszeiten erworben haben, kann ein Anspruch auf Übergangsgeld bestehen; die Höhe ist abhängig von verschiedenen Faktoren, z. B. vom früheren Verdienst und Vorbeschäftigungszeiten.

Während der Maßnahme sind die Rehabilitanden über den Maßnahmeträger kranken-, pflege- und rentenversichert. Die Bemessungsgrundlage der Kranken- und Pflegeversicherung beträgt 609,00 € (Stand 2018), der Rentenversicherung 2434,00 € (Stand 2018) monatlich.

 

Fahrkosten, Verpflegung, Urlaub

Während der Maßnahme wird die Fahrt vom Wohnort zur Arbeitsstätte übernommen. Außerdem wird werktäglich ein kostenloses Mittagessen angeboten. Brotzeiten, Getränke und Snacks sind in den Kantinen der Werkstätten gegen Entgelt erhältlich.

Während der Maßnahme besteht ein Anspruch auf 2,5 Urlaubstage pro vollen Kalendermonat.

 

Grundsicherung und Erwerbsminderungsrente

Grundsätzlich haben alle Rehabilitanden, die nicht in einem stationären Wohnbereich leben, ab Beginn der Maßnahme Ansprüche auf Leistungen der Grundsicherung (soweit sie in keinem Rentenbezug stehen).

Der Bezug einer Erwerbsminderungsrente schließt die Teilnahme an der Maßnahme nicht aus. Auch erscheint bei einigen Rehabilitanden die Beantragung der Rente wegen Erwerbsminderung sinnvoll. Die Voraussetzungen hierfür sind in § 43 SGB VI geregelt. Jeder Mensch wird mit seiner ganz eigenen Persönlichkeit, seinen individuellen Fähigkeiten und seiner Arbeit wertgeschätzt.


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Kontakt

Pädagogische Leitung
Telefon: 0 88 61 91 09 10-0

Leitung Berufsbildungsbereich
Telefon: 0 88 61 219-647

Sozialdienst Herzogsägmühler Werkstätten
Telefon: 0 88 61 219-248

Sozialdienst Peitinger Werkstätten
Telefon: 0 88 61 219-552

Sozialdienst Werkstätten Zenit
Telefon: 0 88 61 91 09 10-16