Pressenotizen

Auszeit für Pflegende im Schöneckerhaus

Die Initiativen "Schongau hilft" und "Peiting hilft" überbringen Gutscheine

"Wir lieben es, freudige Momente in den teils harten Arbeitsalltag der Pflegenden zu bringen", sagten Esra Böse Erel und Susann Tabatabai-Schweizer bei der Übergabe von 46 Gutscheinen für die Pflegekräfte des Schöneckerhauses in Herzogsägmühle.
Jede und jeder der im Schöneckerhaus Pflegenden bekam eine kleine Auszeit in Form eines Gutscheines geschenkt.

Im Januar 2021 starteten die Initiativen "Peiting hilft" und "Schongau hilft" ihre Aktion "Auszeit für Pflegende" in der Region. Immer wieder wurden Gutscheine in verschiedenen Pflegeeinrichtungen verteilt. "Eine Vielzahl von Begegnungen, tolle Gespräche, das hat uns und vor allem unseren fleißigen, körperlich und seelisch hart arbeitenden Pflegekräften eine riesen Freude gemacht", sagte Esra Böse Erel.

Für die Aktion "Auszeit für die Pflege" haben die beiden Initiativen in Schongau, Peiting und Orten der Umgebung Geld gesammelt und bei Geschäftsleuten Gutscheine gekauft. Es gab auch Geschäftsleute, die Geld oder Gutscheine gespendet haben. Insgesamt eine tolle Aktion, die auch den teils schwer getroffenen Geschäften in der Region Mut gemacht hat.

"Im Schöneckerhaus war die Freude groß, als Susann Tabatabai-Schweizer und Esra Böse mit den Gutscheinen vor der Tür standen", erinnert sich Margot Palm, die bei der Diakonie Herzogsägmühle für die Pflege verantwortlich ist. "Es ist schön, dass an unsere Kolleg:innen aus der Pflege gedacht wurde. Unser Pflegepersonal kommt gerade in diesen Zeiten häufig an seine Grenzen." Egal, ob jemand einen Gutschein für ein Restaurant, für den Friseur, den Optiker oder einen der vielen verschiedenen anderen Geschäfte erhalten hatte, die Überraschung war gelungen.

Deutliche Worte zum Thema Pflege findet Direktor Wilfried Knorr in Richtung der sich formierenden Bundesregierung:

"Regional sind die Menschen froh über die Unterstützung der Pflegenden, sei es im Krankenhaus oder in Seniorenheimen.
Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass sich im Gesundheitswesen strukturell etwas ändern muss.

Die Pandemie zeigt uns, was schon seit langer Zeit im Argen liegt: Die Finanzierung des Gesundheitswesens, und damit auch der Pflege, ist so unglaublich schlecht geregelt, dass viel zu wenige Menschen bereit sind, in diesem eigentlich sehr schönen und erfüllenden Beruf zu arbeiten – weil die Bedingungen nicht stimmen.
Ich kenne keine andere Branche, in der Menschen regelmäßig aus dem Frei geholt werden müssen, in der der Fachkräftemangel so bedrohlich ist, dass ganze Stationen und derzeit auch Intensivpflegebetten geschlossen werden müssen, weil nicht genügend Personal da ist.
Ändern Sie die Strukturen und bezahlen Sie die Menschen, die in der Pflege arbeiten sehr gut, damit wir in Zukunft eine funktionierende Pflege haben. Handeln Sie schnell, denn gerade während der Pandemie geben Pflegende ihren Beruf auf, weil sie zu erschöpft sind, unter diesen Bedingungen weiter zu arbeiten", bewerten unisono die Verantwortlichen in Herzogsägmühle.