Pressenotizen

Auszubildende mit Fluchthintergrund ergreifen ihre Chance

Die Diakonie Herzogsägmühle bildet Köche, Bäcker und Gebäudereiniger aus

Seit dem Jahr 2017 gibt es bei der Diakonie Herzogsägmühle für junge Menschen mit Migrationshintergrund die Möglichkeit, eine Ausbildung zu machen. In ausgewählten Berufsbildern wurden seither 18 Jugendliche betreut, davon befinden sich aktuell noch drei in Ausbildung zum Gebäudereiniger, drei zum Maler, und je einer zum Koch, zum Schreiner und zum Feinwerkmechaniker. Im September werden zudem ein Verkäufer und eine Fachkraft im Gastgewerbe ihre Ausbildung beginnen.
Im Sommer des vergangenen Jahres haben bereits ein Koch und ein Restaurantfachmann ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, in diesem Jahr waren es ein Frisör, ein Bäcker, ein Schreiner und drei Fachkräfte im Gastgewerbe. Alle sind bereits in Arbeit vermittelt oder stehen kurz davor.

Die größte Herausforderung in der Ausbildung von Geflüchteten ist zu Beginn der zeitliche Aufwand für die Ausbildenden, da die Deutschkenntnisse für berufliche Anforderungen meist nicht ausreichen, selbst wenn ein Zertifikat über B1 oder B2 Sprachniveau vorhanden ist. Deutlich wird dies vor allem im Berufsschulalltag und bei der Führung der Berichtshefte, da die sprachlichen Defizite beim Lesen und Schreiben sowie beim Textverständnis auffallen. Oft sind Schwierigkeiten schon vor dem Zustandekommen einer Ausbildung zu bewältigen, da der bürokratische Aufwand für eine Ausbildungsgenehmigung der zuständigen Behörden langwierig ist. Die "Ausbildungsbegleitenden Hilfen", die die Agentur für Arbeit jedem Azubi anbietet, der Nachhilfebedarf hat, sind für geflüchtete Menschen oft nicht ausreichend. Die Diakonie Herzogsägmühle versucht daher weitere Unterstützung anzubieten - über organisierte Nachhilfe im Ehrenamt oder durch Spenden finanziert. Die Auszubildenden mit Fluchthintergrund zeichnen sich durch hohe Motivation und ausgeprägte Lernwilligkeit aus. Nach bestandener Prüfung stehen dem Arbeitsmarkt gut ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung, vor allem in sogenannten Mangelberufen wie Koch, Bäcker und Gebäudereiniger. Die Mitarbeitenden der Diakonie Herzogsägmühle sehen es als ihren diakonischen Auftrag, den jungen Menschen mit Fluchthintergrund ein Angebot zu machen. Sie tragen dadurch dazu bei, ausgebildete Fachkräfte auf den Markt zu bringen, die in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und nicht mehr auf Sozialleistungen angewiesen sind.

Da für diese Leistungen keine öffentlichen Gelder und Zuwendungen vorgesehen sind, werden mit dem Spendenprojekt "Chancen ergreifen" finanzielle Mittel akquiriert.