Das Jahr 2022 - was wir bewegen wollen

Zu Beginn dieses neuen Jahres ist noch nicht absehbar, ob und wann wir in ein halbwegs normales Leben ohne pandemiebedingte Einschränkungen zurückkehren können. Insofern stehen alle Vorhaben noch stärker als zu anderen Zeiten unter dem Vorbehalt "sofern möglich…".

Diese Einleitung aus dem Vorjahr stimmt weiterhin – leider! Sehr konkret wird in 2022 eine mögliche einrichtungsbezogene oder allgemeine Impfpflicht in die Abläufe im Unternehmen eingreifen. Wir hoffen sehr, dass diese Eingriffe ohne Schaden für Hilfeberechtigte und Mitarbeitende erfolgen können und werben deswegen mit Umsicht und in der gebotenen Verhältnismäßigkeit für die Impfbereitschaft.

Wichtige, das gesamte Unternehmen betreffende Themen sollen in 2022 weiter beraten oder sogar abgeschlossen werden: In einem Leitbild-Prozess aktualisieren und harmonisieren wir bis Herbst 2022 die bisher in den Geschäftsbereichen München und Herzogsägmühle sowie allen Gesellschaften unterschiedlichen grundlegenden Aussagen zum Selbstverständnis und den Unternehmenszielen.
Mit der Etablierung einer gemeinsamen Arbeitgebermarke (Claim: "Mit Dir. Für morgen.") werden wir die Mitarbeitendengewinnung intensivieren und die Unternehmenskommunikation auf den Schwerpunkt "Personalakquise" ausrichten.
In Arbeitsgruppen sind wir mit den Themen "Diakonische Unternehmenskultur" (Wie stellen wir sicher, dass Diakonie drin ist, wo Diakonie draufsteht?), "Diversity und Gleichstellung" (Wie stellen wir sicher, dass Familie und Beruf gut miteinander verbunden werden können und keinerlei Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung im Unternehmen bestehen können?) sowie "Nachhaltigkeit" (Wie können wir Lieferanten stärker als früher hinsichtlich ihrer nachhaltigen Produkte auswählen, alternative Mobilitäts- und Energieversorgungskonzepte etablieren und dem Ziel der Klimaneutralität näher kommen?) befasst. Zu dieser letztgenannten Frage gehört auch die Entscheidung, ob und wo eine das gesamte Dorf Herzogsägmühle versorgende neue Hackschnitzelheizungsanlage gebaut werden kann.

Aufgrund des bevorstehenden Renteneintritts des Direktors wird eine wichtige Personalentscheidung hinsichtlich seiner Nachfolge zu treffen sein. Damit verbunden sind umfassende und tiefgreifende Strukturüberlegungen zum künftigen Aufgabenzuschnitt, der auf die erfolgte Erweiterung des Vorstands ebenso abgestimmt werden muss wie auf die in den letzten Jahrzehnten erheblich gewachsenen Zahlen (Mitarbeitendenzahl, Umsatz, Anzahl der Dienstorte).
In der Sozialpsychiatrie wird der bereits seit vielen Jahren in Herzogsägmühle in leitender Verantwortung tätige Mitarbeiter Wolfgang Schuppert dem in den Ruhestand gehenden Bereichsleiter Peter Walter nachfolgen und das Leitungsteam im Fachbereich komplettieren.

Da unser Schöneckerhaus, das neben dem gerontopsychiatrischen Wohnheim auch die Pflege beherbergt, in die Jahre gekommen ist und den gesetzlichen Vorgaben zu Raumgrößen in der Pflege nicht mehr genügt, planen wir (wie im Kapitel "Was wir 2021 bewegt haben" ausgeführt) den Neubau eines Pflegezentrums mitten im Ort mit 72 schönen, neuen und weit in die Zukunft hinein tauglichen Pflegeplätzen.

Die Hilfen für Menschen mit schweren und mehrfachen Beeinträchtigungen sollen nicht nur in das neu erstellte Förderzentrum an der Oblandstraße in Herzogsägmühle einziehen, sondern auch in einem inklusiven Quartier in Weilheim oder Garmisch-Partenkirchen realisiert werden. Dieses langfristige Planungen erfordernde Projekt ist in 2021 nicht im erhofften Tempo, aber doch weitergeplant worden.

Die Umgestaltung der Arbeitswelt in der Diakonie Herzogsägmühle, die wir in 2021 eingeleitet haben, erfordern weitsichtige Folgeentscheidungen: Welche Betriebe sind zukunftsfest, in ihren Ausbildungsangeboten ausreichend stark nachgefragt und auf die Veränderungen des Arbeitsmarktes anpassbar? Wo müssen eventuell auch Straffungen der Angebotspalette erfolgen? Dabei wird auch die Kooperation zu den Inklusionsfirmen in beiden Geschäftsbereichen sowie zu den Arbeitstrainings- und arbeitstherapeutischen Angeboten in den Fachbereichen besondere Aufmerksamkeit erfordern – ebenso wie der Einstieg in eine Überplanung der bestehenden Gebäude, die zumeist aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts stammen.

Die Vorbereitungen auf das "inklusive Jugendhilfegesetz", das vom Gesetzgeber mit einem Stufenplan beschlossen worden ist und alle Hilfen für Kinder mit und ohne Behinderung unter einem Gesetzesdach zusammenführt, laufen und werden in 2022 fortgeführt werden. Ziel ist die Durchlässigkeit der bestehenden umfangreichen Jugendhilfeangebote auch für junge Menschen mit körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen, die Qualifizierung der Mitarbeiterschaft dafür sowie die gegebenenfalls erforderliche Ertüchtigung der Infrastruktur.

Der im Vorjahr zu verzeichnende, weitgehend pandemiebedingte Ausbau der IT-Netze (mit Aufbau von Konferenzräumen, aus denen gestreamt werden kann, um die stark angestiegene Anzahl der Video-Konferenzen gut zu meistern) erfordert umsichtige Folgeplanungen hinsichtlich der sich stetig verändernden Technologien, Ersatzbeschaffungsplanungen und Schulungen von Mitarbeitenden. Hier sollen im Jahr 2022 möglichst alle noch bestehenden Lücken in der hochwertigen IT-Infrastruktur geschlossen werden.

Für unsere Werkfeuerwehr wird die Planung eines Neubaus des Feuerwehrhauses dringlicher; die Regierung von Oberbayern dringt (zu Recht) auf eine Erweiterung, auch im Bereich der Sanitärräume und der Fahrzeughalle.

Im Bereich der Spendenverwaltung müssen wir die bisher eingesetzte Software erneuern und streben auch hier eine gemeinsame Lösung mit dem Geschäftsbereich München der Diakonie München und Oberbayern an. Der sorgfältige Umgang mit uns anvertrautem Geld und die absolut fehlerfreie Ausstellung von Spendenbescheinigungen sind zentrale Aufgaben von größter Bedeutung.

Und schließlich sorgen wir uns weiterhin um die Realisierung des großen Projektes der "inversen Inklusion" am Roten Berg West: Ein von einem Investor finanzierter und im Auftrag der politischen Gemeinde erstellter Wohnpark mit Sozialwohnungen würde den Charakter von Herzogsägmühle weiter in Richtung "liebenswerter, normaler, barrierefreier und christlich geprägter Ort" verschieben.

Für alle diese Planungen bitten wir Sie herzlich um Unterstützung in Gebet und Tat!

Wilfried Knorr