Leitbild

Vor dem Hintergrund des "Orientierungsrahmens für ein christliches Leben in Herzogsägmühle" ist der Ausgangspunkt für unser pädagogisches Handeln das biblische Bild des Menschen, wie es in der Bibel dargelegt ist und in Jesus Christus konkret wurde:

Jeder Mensch ist als Geschöpf von Gott gewollt und in seiner Einzigartigkeit mit seiner Begabung und Begrenzung von ihm angenommen. Der Mensch ist auf Gemeinschaft und Beziehungen angelegt und angewiesen. Er hat nach Gottes schöpferischem Willen die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.

Dieses Verständnis wollen die Mitarbeitenden des Fachbereiches im gemeinsamen Alltagserleben konkret umsetzen und im Jahresverlauf impulshaft weitergeben. Der Anfang dazu heißt immer: jede und jeden Einzelnen annehmen, wie sie oder er ist und Geborgenheit vermitteln.

Wir wollen auch die religiöse und kulturelle Prägung und Überzeugung junger Menschen mit anderen Glaubenshaltungen achten. Die praktische Umsetzung unserer Überzeugung bedeutet auch, die Fähigkeit zu gemeinschaftlichem Leben in gegenseitiger Achtung zu entwickeln.

Für Menschen, die mit Christen oder der Kirche keine oder schlechte Erfahrungen gemacht haben und so zum Glauben an Gott kein oder ein gestörtes Verhältnis haben, wollen wir in Herzogsägmühle ein Angebot bereithalten, durch das individuelle neue Erfahrungen und Erlebnisse möglich werden ermöglicht.

Wir wollen offen sein für die seelischen Nöte der und des Einzelner, ohne vorgeplant zu festen Terminen Seelsorge gleichsam auf dem Dienstplan zu haben. Seelsorge ist nach unserem Verständnis Ergänzung und Vertiefung heilpädagogischen Handelns. Heilpädagogik in diesem Verständnis nimmt die Beziehung des jungen Menschen zu sich, zu anderen Menschen und seiner Umwelt sowie zu Gott als seinem Schöpfer in den Blick.

Bei der Umsetzung dieses Anspruches stoßen die Mitarbeitenden naturgemäß auch an ihre eigenen Grenzen. Wir erfahren manches Mal, dass unser Wollen, Handeln und Reden bruchstückhaft bleiben und sind deshalb selbst auf eine tragfähige Beziehung zu unserem Schöpfer und auf eine lebendige Dienstgemeinschaft angewiesen. Andachten, Gottesdienste, die Begleitung durch einen Seelsorgekreis und Fortbildungen möchten dies begleiten und fördern. Sie unterstützen die Mitarbeitenden darin, jungen Menschen mit ihren individuellen und teils schwierigen Lebenswegen, Beziehungsangebote zu machen. Als Jugendhilfe Herzogsägmühle wird jedes Beziehungsangebot gerahmt von einem im Fachbereich erarbeiteten Schutzkonzept gegen Gewalt, auch sexuelle Gewalt. Die Mitarbeitenden erklären mit ihrer Selbstverpflichtungserklärung, dass sie sich diesem Schutz der Kinder und Jugendlichen verschreiben.